Berufsbild

  1. Die ganzheitliche Kunsttherapie begründet ihre eigenständige Tätigkeit in vielfältigen Visionen von unterschiedlichem Charakter und Ziel (z.B. Vision Bauhaus, Vision Arno Stern, Vision offenes Atelier). Der Grundcharakter aller Visionen ist die sinnlich-sittliche Wirkung der Kunst auf den Menschen. Die Kunsttherapie gliedert sich in Methoden und Ansätze, deren Gemeinsames das künstlerische Tun als Menschwerdung verstanden wird. Sie ist eine Tätigkeit mit Interventionen.
  2. Die Interventionen entstammen den künstlerischen Gesetzmässigkeiten, je nach Kunstausdruck, Bewegung, Plastik, Musik, Malerei, Puppenspiel und Sprache. Jede Kunstrichtung stützt sich auf ihre eigenen Mittel und schöpft aus deren grundsätzlichen Elementen.
  3. Im Zentrum der Aktivität steht der Mensch und nicht das Problem. Sei dies dass es sich um einen kranken, behinderten oder Sinnsuchenden Menschen handelt. Das Entwicklungs- und Therapieziel ist durch den betroffenen Menschen selbst und dessen Verbindung zum Kunsttherapeuten bestimmt. Der leidende Mensch darf nicht durch eine Methode, einen Ansatz eingeschränkt, manipuliert oder gar missbraucht werden. Die Verbindungsqualität, das fachspezifisch Therapeutische, garantiert die Eigenständigkeit der Kunsttherapie und die Qualifikation des Therapeuten wie auch den Erfolg beim Patienten. Der Kunsttherapeut differenziert zwischen Prozess, Dynamik und Methode.
  4. Kunsttherapie bedient sich den Grundaspekten des Dialoges. Dieser hat vielfältige Ausdrucksformen, Methoden und Mittel. Der Dialog stützt und Pflegt die Verbindung zwischen den Menschen und ihrer Wirklichkeit. Er dient der Bewusstwerdung des möglichen Freiraumes im Innen und Aussen. Ebenso macht er sichtbar, was ein Klient und ein Therapeut unter Ressourcen versteht, spürbar macht und was auch nicht vorhanden sein kann.
  5. Ziel der Kunsttherapie ist die Möglichkeit von Umwandlung kränkender Anteile und die Integration von gesunden Denktätigkeiten über neue Wahrnehmungsfelder.
  6. Die Kunsttherapie orientiert sich an den Glaubensgrundlagen des Klienten, des persönlichen Menschenbildes des Kunsttherapeuten und setzt keine Glaubensdogmen und deren Einschränkungen oder Wirkungsversprechen.