Was ist das Wesentliche der Kunsttherapie in den Anwendungsfeldern?
Im Altenheim:
- Das Erlebnis des gemeinsamen Tun
- Das Arbeiten als Lebensprozess
- Die Hervorhebung der Bedeutung einer individuellen Persönlichkeit als Teil des öffentlichen Lebens.
- Die Verbindung erlebbar machen zum anderen Menschen und zum öffentlichen Leben.
In der Heilpädagogik:
- Die Vorbereitung auf das Leben, eventuell ein nächstes Leben je nach Methode.
- Die Lebenskräfte fördern durch Sinnesentwicklung
- Die Lebenskräfte beweglich machen für den Ein- und Austritt, die Inkarnation und Exkarnation des Leiblichen. Schlafen und Wachen regeln lernen.
- Ein Verhältnis zum physischen Leibe schaffen helfen.
In der Sozialtherapie:
- Hilfestellung bei der Bewältigung der Lebensaufgabe.
- Ein Verhältnis zum Umfeld, zur Familie, zum Tätigkeitsfeld schaffen.
- Die Individuation und Autonomie in einen realen Kontext zur Wirklichkeit und Fähigkeit des Behinderten setzen.
- Das Fehlende emotional begleiten.
- Festlichkeiten gestalten zur Bewusstwerdung der Teilnahme am Zeitenwesen.
- Teilnahme an der Bildung einer kulturellen Förderung.
In der Sonderpädagogik:
- Umformung und Einüben von Gewohnheiten im bildnerischen Schaffen.
- Ablösung von Familiensystemen und deren Aufträge/ Botschaften.
- Sinnesbildung als Werkzeug des Ich.
- Ordnen von Chaos.
- Bewegen von Erstarrungen.
- Nähren und Zuwenden.
In der Pädagogik:
- Das Temperament als Hilfsmittel einsetzen.
- Nähren mit bildhaftem Denken, Phantasien und emotionalem Denken.
- Sinnesschulung und Differenzierung der Wahrnehmungen.
- Individualisieren und sozialisieren.
- Altersadäquates bestätigen von Fähigkeiten.
- Arbeitstechniken vermitteln.
- Familienstrukturen als Lebensaufgabenfeld des Kindes bestätigen.
- Orientierungshilfen in der Gesellschaft schaffen ohne Wertungen (Tabu).
In der Jugendarbeit:
- Prävention gegenüber Gewalt, Zerstörung und Leere.
- Leere und Sinnfindung spürbar machen.
- Orientierung und Leitbildarbeit.
- Individualisieren und sozialisieren.
- Arbeits- und Lerntechniken vermitteln.
- Unternehmerische Kreativität fördern.
- Beziehungsqualitäten und Gruppendynamik gestalten lernen.
- Umgang mit Selbstwert und Dramadreieck.
- Biographiearbeit.
In der Psychiatrie:
- Die Entängstigung.
- Sorgfältige Annäherung an den Realitätsverlust.
- Trauer/ Emotionsbewältigung durch künstlerisches Tun
- Ichstärkung durch:
- Temperamentsklärung
- Bilder der Kunst
- Geschichten, Mythen, Texte
- Arbeiten der Zweckmässigkeit (Gebrauchsgegenstand)
- Schönheit und individuelle Werte
- Sinnesdifferenzierung
- Technische Intervention (verschiedene Malmittel)
In der Arbeit mit Erwachsenen:
- Ergänzung zu Einseitigkeiten folgender Art:
- der Persönlichkeit
- des Umfeldes, des Berufes
- der Beziehungsfelder
- Entwicklung von persönlichen Fähigkeiten:
- Verbindungsqualitäten
- Wahrnehmungsdifferenzierung/Denken
- Sinnestätigkeiten
- Seelische Fähigkeiten im Gefühlsbereich, verzeihen, trauern…
- Entwicklung von brachliegenden, verschütteten, abgewerteten und Vergessenen Fähigkeiten:
- Freude an Kunst und künstlerischem Tun
- Handwerkliches Geschick
- Sinn für Gleichgewicht, Schönheit und Leben
- Individuelle Zeitstrukturierung, Organisation und
- Prozessbewusstsein.
- Fähigkeiten die im Temperament begründet sind, positiv pflegen
- Fähigkeiten die in der Biographie begründet sind – Geschenke des Umfeldes
- Entwicklung von Neuem, Unbekanntem, Risikobereitschaft
- Begleitung in Krisen durch künstlerische Projekte.
Was für den Erwachsenen männlich oder weiblich wesentlich ist, gilt auch im Bereich des Strafvollzuges, des Managements, der Weiterbildungen und der Eltern- oder Familienarbeit.
